Männer-WM 2019 in Dänemark und Deutschland

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Frank W.
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Re: Männer-WM 2019 in Dänemark und Deutschland

Beitrag von Frank W. » Sonntag, 27.01.2019, 20:31

Frank W. hat geschrieben:Kann man Dänemark zur Halbzeit schon gratulieren?
Herzlichen Glückwunsch Dänemark!
Sie haben in der Finalrunde zunächst Frankreich und dann eben Norwegen auseinandergenommen und es gab keinen Zweifel an diesem WM-Titel.
Wobei Espen nach meiner Meinung eine noch höhere Niederlage verhinderte.

War eine schöne WM und Fabian Wiede ist immerhin in die "Erste Sieben" dieser Weltmeisterschaft gewählt worden.

Und 3 Silbermedaillen haben dann auch ihren grün-weißen Glanz.
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fietje
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Re: Männer-WM 2019 in Dänemark und Deutschland

Beitrag von fietje » Sonntag, 27.01.2019, 21:28

Glückwünsche nach Dänemark an den hoch verdienten Weltmeister und an den Vizeweltmeister Norwegen!

Was Dänemark spielte, das war schon sehr überzeugend und eine Handballdemonstration vom feinsten. Endlich belohnt sich diese sympathische Handballnation mit dem WM-Titel.

Insgesamt eine tolle WM mit begeisterten Zuschauern. Der Handball hat durch seine mitreißenden Partien viele Freunde gewonnen.
Eingefleischte Fußballfans sagten mir: "Was die Handballer bei so einer WM leisten, ist einfach unglaublich, so viele Spiele in kürzester Zeit, soviel Tempo und Einsatz. Die gehen hart zur Sache, fallen, stehen auf und machen im gleichen Tempo weiter. Und trotz körperharten Einsatzes herrscht eine großartige Fairness unter den Spielern. Von den Handballern kann der Fußball noch viel lernen."
Ein großes Lob für unsere Sportart!

Mein Fazit:
Der Kräftverschleiß und fehlende mentale Frische waren in den Halbfinal- und Endspielen deutlich zu erkennen. Im Interesse der Spieler sind Reformen zwingend erforderlich. Die Belastungen der Spieler bei dem gedrängten Terminplan sind einfach viel zu groß. Wenn nach so einer Belastung die Spieler quasi nahtlos wieder im Spielbetrieb funktionieren müssen, dann steigen die gesundheitlichen Risiken und die Verletzungsgefahr.
Abschließend ein großes Danke der dt. Mannschaft für die gezeigten Leistungen und den Einsatz. Ein 4. Platz bei der Dichte der Weltspitze ist eine tolle Leistung und das gesteckte Ziel wurde erreicht!!!

fietje :wink:
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Re: Männer-WM 2019 in Dänemark und Deutschland

Beitrag von Frank W. » Sonntag, 03.02.2019, 20:05

Eine Woche nach der großartigen WM will ich dieses Großereignis etwas aus den Reisen in die Hallen Revue passieren lassen.

Beim Halbfinale in Hamburg oder dem Finaltag im dänischen Herning war ich aus Kostengründen bzw. beruflichen Gründen nicht. Klar ist das ein Erlebnis, dabei gewesen zu sein, wenn die Besten der Besten um den Titel spielen. Andererseits macht so eine WM eben auch aus, abseits des Mainstreams andere Teams zu sehen, die eben auch diese Sportart mit Leidenschaft betreiben und nicht so im Rampenlicht stehen.

Insofern hat meine WM-Reisegruppe mit den Besuchen in Berlin und Köln alles richtig gemacht, weil es ja immer in Vor- und Hauptrunde Gruppenspieltage incl. dem Präsidenten-Pokal waren.

BERLIN
Dort waren wir mehrere Tage und haben abseits des Handballs so einiges von der Hauptstadt gesehen und gemütlich bei Kaffee, Abendessen und Bierchen in diversen Cafes, Restaurants und Kneipen gesessen.

Die Fanzone dort war in der Vorti Music Hall aufgebaut, ziemlich neuer Veranstaltungsort direkt an der Mercedes-Benz-Arena auf dem Mercedes-Platz in der Nähe des Ostbahnhofes gelegen. Wer dort mal z. B. 5 Jahre nicht gewesen ist, erkennt diesen Platz nicht wieder. Respekt, was sich dort an Infrastruktur in kürzester Zeit getan hat.
In der Verti Music Hall konnte man den kleinen Nachwuchs-Stars aus Berliner Schulen zugucken, jede Schule repräsentierte eine teilnehmende Nation.
Davor waren einzelne Stände aufgebaut, wo man mit einem Fan-Pass verschiedene Aktionen durchlaufen konnte. Torwandwerfen, Torwand-Feld-Werfen auf angezeigte elekronische Felder, die aufleuchteten, Geschwindigkeitswerfen, Zielwerfen gegen die plastischen Nationaltorhüter Wolff und Heinevetter usw. usw. Dazu Fotoaktionen mit z. T. selbst wählbaren Aktiven.
Eine kurzweiliger Zeitvertreib bis zur Eröffnung der Halle.

Die Arena kann man etwas mit der von Hamburg in der Sylvesterllee in Stellingen vergleichen. Hamburg hat immerhin unten und oben 2 Rundläufe, in Berlin gibt es nur einen.
Leider wurde hier mit Garderobenöffnungen gespart. Sicherlich aus Kostengründen, aber wenn es man nach den Spielen eilig hatte (wir zum Glück in Berlin nicht), mußte man seine Jacken am besten vorher holen.
Das gastronomische Angebot hielt sich in Grenzen. Alles in allem ist die Mercedes-Benz-Arena durchaus eine attraktive Halle, kommt aber nicht ganz an Hamburg mit seiner Barclaycard-Arena heran.

Wir haben 2 absolute Spitzenspiele der Deutschen gesehen. Leider kein Sieg, aber die Unentschieden gegen Rußland und Frankreich waren packend und spannend natürlich.
Toll das Auftreten von Korea, hautptsächlich Akteure aus dem Süden. Bravouriös gegen Frankreich gekämpft, fast gegen Serbien gewonnen. Eigentlich waren wir ja vor dem Spiel für Miljans Nationalmannschaft, aber schon bald begingen wir "Fahnenflucht". Serbien mit einer Trümmertruppe, wobei Miljan noch schlimmeres verhinderte mit der Beste für sein Land war, Korea führte jemals in der WM-Geschichte zur Halbzeit. So was vergißt man nie, ebenso die Fans aus Korea.

KÖLN
Eine Tagestour mit der Deutschen Bahn. Morgens und abends/nachts hatte mal tolle Verbindungen mit IC und ICE von der Weserstadt in die eine von den beiden rheinischen Metropolen. Touristisch wertvoll die Einfahrt über den Rhein in den Bahnhof am Kölner Dom. Im Hauptbahnhof selber verkündeter jede paar Meter über die zahlreichen "Mädels-Sitzungen" und ähnliches für die 5. Jahreszeit.

Zum Handball: Die Lanxess-Arena ist natürlich beeindruckend mit seinen mehr als 19.000 Zuschauer-Plätzen. Schockierend dagegen waren die Einlaßkontrollen. Bis auf Handtaschen wurde erstaunerlicherweise nichts kontrolliert. Da fehlten einem die Worte in der heutigen Zeit.
Auch in Köln wurden am Garderoben-Service ganz, ganz kräftig gespart. Im Keller befanden sich Garderoben auf beiden Seiten ohne Ende. Nur, die Jalousien waren heruntergezogen. Dann war mal eine Garderobe geöffnet - für Mitarbeiter dieses Veranstaltung. Sehr lustig.
Immerhin kam dann doch noch eine geöffnete Garderoben von gefühlt 50 mögich geöffneten!

Mazedonen - Chile, Presidents-Cup. Wen interessiert das schon. VON WEGEN! 11.000 machten bei diesem Spiel um Platz 17 eine tolle Atmoshäre. Ehrlich: Ein Finale wie in Herning kann dagegen überhaupt nicht gegen anstinken! So was prägt einen und nicht ein Endspiel, was ohnehin ausverkauft ist, auch wenn man natürlich sportlich mit Gensheimer und Co. und dann den grün-weißen Norwegern die Daumen gedrückt hat.
Und Mazedonien gegen Chile war ein sehr schönes und intensives Spiel. Und mit mittendrin die chilenischen Feuchtmann-Brüder! Und hier wieder Emil, der u. a. für Gummersabach mal spielte. Ich glaubte, er traute auch wegen diesem Erlebnis seinen Augen nicht und blühte richtig auf.
Auch wenn Mazedonien knapp und verdient gewann, so wurde Emil Feuchtmann zum besten Spieler gewählt und beim Gespräch am Mikrofon hatte er feuchte Äuglein. Das allein war schon das Eintrittsgeld wert!!!

Dann sahen wir die Russen wieder gegen die zusammengekaufte Nationalmannschaft von Katar (gut, einige Kataris spielten aucgh noch mit) und wer dachte, Kroatien hatte ein Heimspiel gegen Brasilien, der wurde nach 10 Spielminuten durch die "neutralen" Fans eines Besseren belehrt.

Mit Frankreich gegen ein nordisches Land mal, was wir gesehen hatten, nämlich Island, endete ein langer und wunderschöner Handball-Tag in der Lanxess-Arena. Unsere Jacken hatten wir längst geholt, das vielfältige gastronomische Angebot ausgenutzt und so ging es in der Nacht zum Messebahnhof Köln-Deutz, wo man den beleuchteten Dom sah.

Und der ICE, eine wunderbare Nachtverbindung um 23.17 Uhr, erreichte Minden sogar 5 Minuten früher. Es muß auch bei der Deutschen Bahn nicht alles schlecht sein, wie man feststellte!

Jedenfalls waren es tolle Live-Erlebnisse in Berlin und Köln.
10 Spiele, 11 Nationalmannschaften gesehen. Hat Spaß gemacht mit meinen mitgereisten Anhängern und allen anderen, überwiegend fairen Mitstreitern in Berlin und Köln!
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